Welcome-Party

Heute bin ich abends schon wieder nicht da. Am späten Nachmittag ist Welcome-Party von der Schule aus. Bis dahin habe ich aber noch allerhand Zeit.

Nach der Schule dann der Gedanke, was mach ich heute in der Zwischenzeit?

Da ich nach der Bustour vergangene Woche in den Stanley-Park noch einmal dorthin wollte, spazierte ich einfach am Yachthafen entlang zum Stanley-Park.

Wenn man die direkten Wege geht, ist das alles gar nicht sooo weit. Auf der Hopp on Hopp off-Tour werden ja zwischendrin so viele Punkte angefahren, dass man dieses Entfernungsgefühl gar nicht entwickeln kann.

Nach 15 Minuten Laufen war ich schon im Park und hatte die Skyline vor mir. Beim weiteren Rumstromern kam ich an das Stanley-Park-Restaurant. Happy Hour! Eigentlich kann ich ja wirklich was trinken. Wasser, Bier, Cocktail? Ich entschied mich für ein Pint kühles Blondes aus eigener Brauerei. Und das in der Sonne bei angenehmen „Biergarten“-Temperaturen, in totaler Ruhe und schöner Natur. Irgendwie tat es den Ohren richtig gut.

Dann machte ich mich auf den Rückweg und brauchte gerade mal 45 Minuten bis zum Cambie, der Location unserer Welcome-Party.

Was dort dann abging, war für mich wieder mal faszinierend. Und es ist so typisch für meine Erfahrungen in den Englisch-Schulen. Ich komme dort rein in einen sehr großen Saal, überall die Tische voller Studenten. Ich schaute etwas rum, weil ja einige aus meiner Klasse kommen wollten. Am zweiten Tisch machten mir die Mitstudenten gleich einen Platz frei. Plötzlich saß ich inmitten einer brasilianischen Truppe, gespickt mit einem Argentinier und einem Franzosen und es machte den Eindruck, dass wir uns schon ewig kennen und sie extra auf mich gewartet haben. Wir kamen sofort ins Gespräch, alberten und witzelten rum. Da jeder einen Namensaufkleber hatte, wussten wir auch gleich, wie jeder heißt.

Mit der Eintrittskarte gabs ein Getränk frei und nen dicken Burger mit Pommes. Ein junger Brasilianer fragte mich plötzlich, ob ich auch Tequila trinke. Naja, warum nicht? Eigentlich wollte ich mir ja einen Cocktail in der Happy Hour holen, aber warum nicht ein Tequila? Schneller als ich denken konnte, fand ich mich mitten in einer Truppe an der Bar. Es ist dort so ein kleines ungeschriebenes Gesetz, dass jeder sein Getränk selber zahlt. Find ich total toll, weil damit jeder für sich entscheiden kann, was er wann trinkt und niemand in die Verlegenheit des Ausgebens kommt.

Zwei Tische weiter entdeckte ich dann doch einen Klassenkameraden, den Schweizer. Er saß mit einer anderen Deutschen zusammen und wir drei schwatzten ne Weile. Mein Brasilientrupp war aber allgegenwärtig und irgendwann gabs dann den nächsten Tequila in einer Mädchentruppe! Schneller als ich dachte, hatte ich die nächsten internationalen Facebook-Kontakte – schließlich mussten wir ja die Selfis und anderen Fotos uns gegenseitig zukommen lassen.

Mit viel Spaß und Blödeleien gabs Party pur. Gegen halb 10 verabschiedete ich mich dann von Karla, Natalia und vielen anderen vor allem brasilianischen Studenten und fuhr nach Hause.

Ich glaube, ich werde nie wieder eine Welcome-Party in einer Schule verpassen.

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