Umzug in Vancouver

Heute ist nun mein Umzugstag. Irgendwie hab ich doch etwas dumm geplant. Ich hätte bis Sonntag bei Flo bleiben sollen, dann hätte ich den Samstag noch richtig nutzen können, abends ins Konzert den kurzen Weg gehabt und morgens am Sonntag auch zur Schule. Nun denn, seis drum. Ich muss raus bei ihm.

Allerdings konnte ich meine Koffer bei ihm lassen und fuhr noch einmal zur Waterfront. Mein üblicher Kaffee bei McDonalds und dann trödelte ich in Richtung der Steamclock. Kurz vor 1 versammelten sich immer mehr Leute – ach ja, da war doch was!

Dann das Schauspiel! Zu jeder vollen Stunde dampft und trötet die Uhr wie eine Dampflok. Es war echt lustig.

Beim Blick auf den Stadtplan merkte ich, dass ich ganz nah an der Abbott Street war. Ich lief dann einfach nach Hause. Es waren doch tatsächlich nur vier Straßenzüge. Sooo nah war ich an der Waterfront! Wenn man den Überblick über die Stadt hat, merkt man erst mal, wie kurz die Wege sind.

Nach einem längeren Schwatz mit Sohni in der Pizzeria nebenan holte ich mein Gepäck aus der Wohnung, verabschiedete mich von dem schönen Ausblick und zog los nach Richmond.

Joyce hatte mir eine gute Wegeschreibung geschickt und die Öffis hab ich ja nun ganz gut im Griff.

Das einzige Problem gab es mit dem Bus-Stopp. Die Busfahrerin rauschte durch, da keine aus- und einsteigen wollte, da kam natürlich die Ansage kaum nach. Ich drückte zwar den Stoppknopf für meine Haltestelle, sie ignorierte das jedoch und an der nächsten Haltestelle tat sie ganz unschuldig. Und ich mit zwei großen Taschen Gepäck! Es blieb mir nichts anderes übrig, als zurück zu laufen. Durch die Rollkoffer war es jedoch erträglich.

Dann noch etwas Aufregung, wo denn nun mein Haus ist. Die Nummerierung hier ist sehr unlogisch – und die Nachbarn scheinen sich alle nicht zu kennen. Das erklärte mir auch Flo als Problem in Vancouver. Die Leute sind nur auf Arbeiten und Geldverdienen aus, um sich das extrem teure Leben leisten zu können, da bleibt nicht viel übrig an Zeit für Freundschaften.

Dennoch sind die Vancouver sehr freundlich und hilfsbereit. Das habe ich ja schon öfter erfahren. Und mit Hilfe von einigen Nachbarn, die sich gegenseitig angesteckt hatten und alle um die Häuser flitzten, entdeckten wir das richtige Haus. Irgendwie wars dann auch schon wieder lustig. Ein Mann davon konnte sogar Deutsch. Er war vor 50 Jahren aus Kanada ausgewandert und war aber auch schon fast 30 Jahre nicht mehr in Deutschland. Ich hatte das Gefühl, dass er sich freut, dass ma wieder jemand sein Deutsch abfordert. 😉

Hikmat, der Hausherr, begrüßte mich sehr herzlich. Er ist fast in meinem Alter und lebt mit Frau und seinen beiden Kindern und Enkel Elaisha in dem Haus. Elaisha ist 10, ein aufgeweckter Junge und ich hatte das GEfühl, dass er mich sofort ins Herz geschlossen hat. Die Familie kommt von den Phillippinen, Elaisha ist mit seinem Papa aber erst seit einem halben Jahr hier.


Erschrocken war ich, dass Elaisha bereits Halbwaise ist und deshalb nun hier wohnt.

Wir aßen etwas gemeinsam und ich legte mich dann noch für ein Stündchen aufs Ohr. Es ging mir wieder schlechter, der Schnupfen war zurück. Aber ich wollte ja noch ins Konzert!

 

 

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