Stars on Ice

Irgendwie ist bei allen die Luft raus. Da wir einen Tag für die Prüfung brauchten und fast einen weiteren Tag Vorbereitung ist unser ganzer Wochenplan durcheinander geraten. Erstmals gibt’s wieder neue Vokabeln. Das sind immer die gleichen Spielchen, die aber irgendwie auch Spaß machen. Die Zeit vergeht in der Schule immer wie im Fluge.

Am Nachmittag war ich wieder bei Neda in der Klasse. Sie hat in dieser Woche mächtig in der Gunst gewonnen. Dieses blöde Thema der letzten Woche war vorbei, wir plauderten viel lachten über so manche Story und die überlauten Jungs waren auch nicht mehr da. Insofern gings uns allen gut. Neda war wirklich eine sehr liebenswerte Frau.

Ich verabschiedete mich von ihr. Es war ja die letzte Stunde bei ihr.

Dann geschah wieder dieses Phänomen, was mir schon so oft in den Schulen und auch manchmal mit Guides passiert ist. Neda war ganz erschrocken, dass ich nur so kurz hier bin und umarmte mich spontan zum Abschied. Das hat sie mit keinem anderen gemacht, der sich verabschiedet hat. Sie bedankte sich, dass ich in ihrer Klasse war! Eigentlich ist das ja mein Part. „You have so much energy!“ – ist es das? Kurios, ich war nur zwei Doppelstunden pro Woche bei ihr.

Ich blieb heute in der City, da ich ja abends noch das Ticket für „Stars on Ice“ habe. Tja, was wieder tun? So richtig heiß war ich nicht auf die Science World. Das soll wohl ein durchaus attraktives Museum sein, aber immer im Gebäude sein? Bei dem schönen Wetter?

Mein üblicher Weg führte mich wieder zum Olympic Cauldron und bis ran ans Wasser. Danach ging ich mal am Canada Place den Weg am Kreuzfahrtschiff entlang. Es ist dort alles sehr schön gemacht und es war einfach ein erholsamer Spaziergang. Und ich kam doch tatsächlich ganz nah an die Segel ran, ging direkt unter ihnen entlang. Es war ein imposanter Anblick, aber auch ein schöner Blick auf die Skyline von Vancouver.

Ich hab das alles sehr genossen. Immerhin ist das mein letzter Nachmittag in der City. Also marschierte ich auch wieder zu einem meiner Lieblingsplätze, zur Steamclock. Und da es gerade auf 5 zuging, gabs auch wieder dieses schöne Schauspiel. Mal schauen, ob ich das Video doch irgendwie geladen bekomme.

Auf dem Weg zur Rogers Arena, die ja nur wenige Meter von meinem AirBnB entfernt ist, kannte ich mich ja ganz gut aus. Ich nutzte die verbleibende Zeit, um noch einmal Sushi zu essen. Es war sehr lecker!

Am Eingang zur Rogers Arena wurde ich erst mal zum Gepäckcheck geschickt. Ich durfte doch echt meinen Rucksack nicht mit reinnehmen! Und dafür hatten die draußen auf der Straße ein Areal abgezäunt, prüften kurz den Tascheninhalt und stellten dann die Tasche fein säuberlich in eine Reihe mit anderen auf der Straße ab. Verblüfft fragte ich dann doch sicherheitshalber zwei Mal, ob das wirklich sicher sei. Amüsiert versicherte mir der Officer, dass ich mich darauf verlassen könne. Aber meinen Pass sollte ich dann doch besser rausnehmen! 😉

Die Dimension dieser Arena, in der normalerweise die Eishockeymannschaft von Vancouver zu Hause ist, war für mich verblüffend. Fast 19.000 Plätze hat die Arena und ist damit eigentlich in etwa genauso groß wie die Benz-Arena in Berlin. Aber die Kanadier sind auch unheimlich eishockeyverrückt. Da braucht man da schon so eine Dimension an Plätzen.

Mich erwartete ein für mich hochemotionaler Abend. Viel Show, tolle Musik und Eiskunstlauf vom Feinsten. Es waren richtig gute und erfolgreiche Eiskunstläufer dabei. Die Russin Jewgenia Medwedewna zum Beispiel, die 2016 und 2017 Europa- und Weltmeisterin war und vergangenes Jahr Olympia-Silber gewann. Nam Nguyen, mehrfacher kanadischer Meister, Kaitlyn Weaver und Andrew Poje, Eistänzer, die den Vier-Kontinente-Cup gewonnen haben und dann natürlich noch zwei weitere bekannte und erfolgreiche Läufer.

Zum einen Elvis Stojko, dreifacher Weltmeister und zweifacher Olympia-Zweiter, der bekannt ist für seine unglaublich schnellen und langen Pirouetten. Auch wenn seine aktive Zeit schon mehr als zwanzig Jahre zurückliegt, er kann sie immer noch!

Und dann ein ganz besonderer Mann. Er wurde als einziger ohne seine Meriten vorgestellt, sondern einfach als Mister Kurt Browning. Die Halle tobte. Browning ist vierfacher Weltmeister und sprang 1988 als erster Mensch einen vierfachen Toeloop. Mit mittlerweile 52 Jahren zeigte er noch immer zwei Dreifachsprünge in seinem Auftritt. Vor allem aber – es war damals schon sein Markenzeichen – sprang er aus dem Stand einen Salto. Ich war richtig begeistert, diesen Mann mal life zu sehen. Hab ich ihn doch schon damals Ende der Achziger, Anfang der Neuziger schon bewundert und gern gesehen. Er war schon damals ein Entertainer. Die Halle gab Standing Ovations.

Es war ein sehr schöner Abend und ich hab ihn sehr genossen.

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