Raus in die Natur!

Ich hab noch einmal richtig gut geschlafen. Flo sagte mir zwar, dass es hier in seiner Wohnung sehr leise ist für Vancouver – aber für mich ist es eine riesige Umstellung aus meiner tiefen Stille zu Hause. Dennoch machte mir das mit meiner Müdigkeit echt nichts aus, außerdem hatte ich das Fenster geschlossen. Da ging es auch wieder.

Ich trullerte, packte meine Sachen aus, schrieb noch Blog, Flo kam irgendwann auch raus und war aber ebenso schnell auch wieder verschwunden. Was soll ich nun tun mit dem Tag? Das Wetter war weit entfernt von dem gestrigen sonnigen und warmen Tag. Na mal schauen.

Wichtigster Tagesordnungspunkt heute: Ich brauche Geld! Hatte ja gestern nur 30 Euro getauscht und hab gerade mal 36 Dollar bekommen. Den Rest fraßen Gebühren und Steuern auf. Tauschkurs da: 1:1,3.

Zunächst fuhr ich zur Waterfront und wollte die Stadt von dort aus erkunden. Ich fand auch recht schnell einen Automaten und durfte maximal 400 Dollar ziehen. Mit Gebühren 403 Dollar, Umtauschkurs 1:1,41, das kostete grad mal 285 Euro. Hört sich ja schon viel besser an.

Aber erst mal einen gemütlichen Kaffee im Food Court bei McDonalds. Für einen Dollar kann man da wirklich nichts falsch machen.

Mit meiner Fahrkarte komme ich hier noch nicht so ganz klar. An meiner Abfahrtsstation hatte ich noch 7 Dollar auf der Karte, drei Stationen weiter an der Waterfront waren es dann plötzlich fast 10 Dollar. Da muss ich mich mal irgendwie reinfinden.

Ich bedaure es sehr, dass heute das Wetter nicht so gut ist. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich mich mit der Stadt noch dolle anfreunden muss. Noch scheint mir alles sehr unübersichtlich. Das wird sich aber hoffentlich noch alles geben.

Als ich wieder raus kam, fing es an zu regnen. Auf Hopp on Hopp off-Tour zu gehen erscheint mir da kontraproduktiv. Aber es kam der Bus, der zum Capilano-River fährt, zur Capilano Suspension Bridge. Vielleicht sieht es weiter draußen besser mit dem Wetter aus? Ich einfach rein in den Bus.

Es war eine erste Erkundungsfahrt. Ging die Route doch durch den Stanley-Park über die Lions Gate Bridge ein paar Kilometer weiter hoch in die Berge.

Das Wetter wurde besser. Zwar kein Sonnenschein, aber kein Regen mehr, insgesamt zum Wandern recht angenehm.

Mich schockieren hier die Eintrittspreise. Für den Erlebnispark rund um die Suspension Bridge kostet der Eintritt über 53 Dollar! Dabei hatte ich noch etwas Glück, an der Waterfront hätte ich mehr bezahlt.

Aber es war alles sehr schön und erlebnisreich gemacht. Zunächst gab es ein bissel Geschichte. Die Völker, die in Kanada leben, schnitzen ihre Geschichte in Totempfähle und stellen sie an allen geschichtsträchtigen Orten auf. So auch im Park am Capilano-River.

Dann kam ich zur Bridge. Es war schon sehr beeindruckend, so eine große Hängebrücke zu sehen. 137 Meter lang ist sie und hängt in etwa 70 Metern Höhe über dem Capilano-Fluss. Beim Überqueren gibt’s viel Spaß, sie wackelt wirklich recht stark und man braucht ein gutes Gleichgewicht.

Drüben angekommen, gibt es noch den Three-Top-Walk. Die Bäume sind in etwa 30 m Höhe  durch kleine Hängebrücken verbunden. Es macht Spaß, dort oben entlang zu wandern. Außerdem gibt es einen schönen Weg durch den Regenwald mit vielen Erklärungen.

Auch erhielt ich mit der Eintrittskarte einen Wegweiser, auf dem Felder für sechs Stempel ausgewiesen sind. Am Ende bekommt man dann dafür ein Zertifikat. Diesen Ehrgeiz legte ich dann doch an den Tag, um mir alle Prägestempel zu organisieren.

 

Nach der Rücktour über die wackelige Hängebrücke gab es noch einen Cliffwalk. Das war echt schön gemacht, Am Felsen entlang ein Wandersteg, der dann in einem großen Aussichtsbogen nach vorne weit über die Schlucht gebaut war.

Außerdem gab es dann auch noch viel Wissenswertes über den Regenwald, die Natur, die Ökologie . Es war einfach schön und entspannt, dort die Zeit zu verbringen.

Eine schöne Begebenheit hatte ich dort mit einem Brautpaar. Gleich am Anfang baten sie mich um ein Foto und waren begeistert. Wir schwatzten etwas, natürlich in Englisch, plötzlich stellte sich heraus, dass sie Deutsche ist, er Türke. Die Beiden hatten bereits vor drei Jahren geheiratet, aber als Studenten wenig Geld. Jetzt war er zu einem Kongress im Convention Center und sie flog hinterher mit dem Hochzeitskleid im Gepäck. Den Park nutzten sie einfach für ein Fotoshooting und hatten offenbar viel Spaß. Ich traf sie immer wieder und war verblüfft, dass sie gar nicht fror in ihrem Hochzeitskleid.

Die Rückfahrt ging dann über andere Wege. Der Fahrer bot uns echt Sightseeing an.

Als ich zurück im Zimmer war, hätte ich am liebsten ein Stündchen geschlafen, aber ich wollte mich auch noch vorbereiten auf die Oper. Also dann doch eher Dusche und nur ein paar Minuten ruhen.

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