Sonntag in Vancouver

Da sitze ich nun mitten in der Stadt in der Sonne, um mich herum Wooling und ich genieße die Zeit.

Heute ist Sonntag – und ich musste zeitig raus. Nicht etwa, um auf eine tolle Tour zu gehen, nein, ich musste zur Schule! Am Sonntag!

Die haben doch echt den Eingangstest auf Sonntag gelegt und uns von halb 10 bis halb 1 beschäftigt. Der Tag ist damit natürlich verloren für etwas Größeres.

In den letzten beiden Tagen hatte ich ja schon einige Marathonis im Stadtbild gesehen. Aber sonst gabs nirgends einen Hinweis auf so ein Ereignis.

Auf meinem Weg zur Schule gab es aber nun Straßensperrungen und Umwege. Der Marathon war offensichtlich heute.

Da ich gar nicht wusste, wie der Eingangsbereich der Schule aussieht und die Nummerierungen hier in den tausender Bereichen auch nicht immer so eindeutig sind, war ich mir mit meinem Irren durch die Straßen und an Massen von Menschen vorbei überhaupt nicht sicher, ob und wie ich an die Schule rankommen soll. Aber mein Orientierungsgefühl fand dann doch noch irgendeinen Korridor durch die Häuserschluchten und ich stand vor der Schule.

Der Test begann ziemlich einfach, aber wurde dann immer schwerer. Ich konnte nicht alles beantworten. Aber das zählt ja dazu, dafür bin ich da. Und da merken sie ja auch erstmal, wieviel als Voraussetzung vorhanden ist. Das Interview war locker, plaudernd und unaufgeregt. Na mal schauen, wie ich eingestuft werde. Ich bekomme meinen Plan ab Montag per Mail gesendet.

Unmittelbar vor der Schule war der Start-Ziel-Bogen des Marathons.

Es war eine tolle Stimmung. Tausende Läufer, viele Zuschauer, bestes Laufwetter, interessante Stände rundum in mehreren Straßen. Ich schnorre da einen besonderen Organic Biologique Juice, dort gabs kleine Gimmicks. Ich war einfach mittendrin.

Die Marathonis bestimmen das gesamte Stadtgebiet. Es ist sicher ein toller Lauf. Ich hab mir die Strecke zeigen lassen, es geht durch den Stanley-Park und natürlich durch die Häuserschluchten. Ich nehme mir einfach Zeit, die Stadt mit diesem wirbeligen Leben auf mich wirken zu lassen.

Bereits am zeitigen Nachmittag fuhr ich nach Hause. Ein bissel Ruhe tut gut. Der Schnupfen, immer noch ein bissel Nachwirkungen von der Zeitverschiebung und die gesamte Gemütslage zehrt doch etwas an der körperlichen Verfassung.

Außerdem geht’s ja dann ab morgen immer zeitig raus.

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