Granville Island

Heute sollte nun der erste Test stattfinden. Aber Michael tat kaum dergleichen. Wieder neue Vokabeln – es sind täglich mindestens 18 neue Wörter, die ich mir merken muss. Vor der Mittagspause dann ein kleines Spiel. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und ich arbeitete mit Daniel aus Brasilien zusammen. Es gab einen Text, dazu erhielten wir Fragen zu irgendwelchen Details, die im Text versteckt sind. Wir mussten die genaue Zeile angeben, wo das Ergebnis stand. Immer wenn eine Frage richtig beantwortet war, gabs drei Punkte. Wenn man jedoch die falsche Antwort hatte, wurde es mit jedem Versuch ein Punkt weniger. Gleichzeitig erhielten wir die nächste Frage leise mitgeteilt und suchten die nächste Textstelle.

Es war mit Daniel ein unglaublich effektives Arbeiten. Wir begannen gleichzeitig an verschiedenen Stellen zu lesen und waren damit fix mit unserer ersten Antwort. Solange der eine die nächste Frage abholte, las der andere weiter im Text und versuchte, Details zu erschließen. Dadurch hatten wir die gefragten Textstellen extrem schnell und Michael wollte es gar nicht glauben, wie schnell wir sind. Leider hingen wir dann an einer Frage und unser Vorsprung schmolz dahin. Dennoch waren wir am Ende mit einem weiteren Team diejenigen, die die meisten Punkte hatten.

Nach der Mittagspause dann der Test. Er  ging besser als ich dachte. Immerhin hatte ich 14 von 18 bzw. 8 von 10 Vokabeln richtig. Ich war zufrieden.

Eigentlich wollte ich heute in die Grouse Montains zu den Grizzlibären. Aber Michele aus Brasilien fragte mich, ob ich mitkommen wolle nach Granville Island. Die Idee ist auch gut und stand eh noch auf meiner To-do-Liste, also plante ich um.

Granville Island wird als DAS hippe Viertel von Vancouver angepriesen. Früher war es eine Sandinsel, aber nachdem immer mehr gebaut wurde, füllte man diese Insel auch immer mehr auf. Heute ist sie ein Zentrum für Kultur, die feinen Künste, das Handwerk, Einkaufen, Gaststätten und gilt als sehr kinderfreundlich. Unter anderem sind dort keine Busse erlaubt und Autos fahren auch nur auf recht wenigen Straßen.

Gemeinsam mit Isabell, einer weiteren Brasilianerin, zogen wir los. Wir hatten einen total schönen gemeinsamen Nachmittag und genossen die Sonne an der Bootsanlegestelle, bewunderten die Blumen, die Obstauslagen und viele kunsthandwerkliche Dinge auf dem großen Markt, hörten Straßenmusikern zu und spazierten dann auch noch durch den False Creek-Park. Erst nach 8 machten wir uns auf den Heimweg.

Es ist faszinierend, wie schnell man sich eine so große Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschließt. Allerdings ist es auch in heutiger Zeit kein Hexenwerk, Dr. Google sei Dank.

Wir haben uns letztendlich amüsiert, dass Michele den gleichen Heimweg hat wie ich. Ich fahre lediglich vier Stationen weiter mit dem Bus. Kurios, dass wir uns eine ganze Woche lang nicht einmal morgens auf dem Schulweg begegnet sind.

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